Wurzelbehandlungen / Endodontie

Wissenswertes zur Endodontie

Bei der Endodontie (griechisch, das sich im Zahn Befindende) dreht es sich um Entzündungen des Zahnmarkes (Blut- und Lymphgefäße, Nerven und Bindegewebe) und gegebenenfalls im Sinne einer Folgeerkrankung auch des Zahnhalteapparates (Parodontium).

Ursachen für die Entzündung des Zahnmarks (Pulpitis) können kariöse Schäden als Eintrittspforte für Krankheitserreger oder auch ein Zahntrauma sein. Während akute Entzündungen des Zahnnervens (akute Pulpitis) sehr schmerzhaft sind, können chronische Pulpitiden fast schmerzfrei verlaufen. Das Zahnmark stirbt dann ab und die Keime breiten sich im System der Wurzelkanäle aus. Der Körper kann außerhalb des Zahnes im Kieferknochen mit einer Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis apicalis) reagieren.

Die Therapie erfolgt durch eine Wurzelkanalbehandlung (Endodontie), nur in Ausnahmefällen ist ein zusätzlicher chirurgischer Eingriff nötig bei dem die Wurzelspitze entfernt wird (Wurzelspitzenresektion).

Die WurzelKanalbehandlung

Unser oberstes Ziel bei einer Wurzelkanalbehandlung ist immer der Erhalt Ihres Zahnes.

Dazu wird das Wurzelkanalsystem bestmöglich gereinigt und nach Abklingen der Beschwerden gefüllt und sorgfältig verschlossen. Die Anwendung moderner Aufbereitungstechniken, elektronischer Längenmessung, chemisch-desinfizierender Spüllösungen, Kofferdamapplikation oder der Einsatz eines OP-Mikroskopes können die Erfolgswahrscheinlichkeit von Wurzelkanalbehandlungen deutlich erhöhen.

Behandlungsablauf

1) Betäubung
Wenn nötig, wird der Zahn betäubt.

2) Zugang schaffen
Nach Anlegen von Kofferdam wird zunächst ein Zugang zum Kanalsystem geschaffen, der gerade so groß ist, das die Behandlung möglich ist, aber den Verlust gesunder Zahnsubstanz vermeidet. 

3) Reinigung
Unter permanenter Längenbestimmung des Wurzelkanals oder der -kanäle werden die Kanäle mit maschinell angetriebenen rotierenden Instrumenten konisch erweitert. Durch protokollierte Spülungen mit verschiedenen Lösungen werden infizierte Reste entfernt und schwer oder nicht erreichbare Bereiche desinfiziert. 

4) Ausformung
Die Wurzelkanalinstrumente dienen neben dem Abtrag von infiziertem Dentin hauptsächlich der Formgebung der Hohlräume im Wurzelkanal. Durch das Bearbeiten der Wurzelkanalwände wird Platz geschaffen, was die Effektivität der Spüllösungen verbessert und ein klare Form für die Wurzelfüllung schafft.

5) Wurzelfüllung
Nach der Aufbereitung, Ausformung und Reinigung werden die Hohlräume der Wurzelkanäle gefüllt. Das Abfüllen des aufbereiteten und desinfizierten Kanalsystems erfolgt mit bioverträglicher Guttapercha in Kombination mit einer speziellen Wurzelkanalpaste (Sealer). Dann wird der Zugang des Zahns mehrschichtig mit Dentinadhäsiv und Komposit versiegelt. Bei umfangreicher Defektgröße sollte der Zahn nach einer Wartezeit von ca 6 Monaten mit Zahnersatz versorgt werden. 


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